09.04.2011 Kinder-Uni “Wie überlebt man im ewigen Eis?”
Wie überlebt man im ewigen Eis?
Katrin Bimberg berichtet in der Kinderuni von den Lebensbedingungen in der Polarstation
Grimma (bpa). Kinder lieben den Winter sehr, weil er für sie alle Annehmlichkeiten vom Rodeln bis zur Schneeballschlacht bereit hält. Zur Kinderuni in Grimma, organisiert vom Verein “Lernkultur und Bildungsberatung”, erfuhren sie aber, dass sie in normalen Wintersachen im Polargebiet keine Chance hätten zu überleben, weil diese für die dortige Kälte viel zu dünn sind. Damit sich die Mädchen und Jungen, die den Ausführungen von Katrin Bimberg am Samstagvormittag lauschten, selber eine Bild machen konnten, wie warm eine Ausrüstung tatsächlich sein muss, um Temperaturen bis weit unter 25 Grad Celsius standzuhalten, hatte sie ein Paar Stiefel, einen Overall und Handschuhe mitgebracht.
Franz Ulbrich probierte gleich die gefütterten Stiefel aus und stellte fest, dass sie zwar voluminös aussehen, er mit seinen Füßen jedoch kaum hineinpasst. “Die sind aber stark gefüttert. Das hätte ich nie gedacht!” In einem Lichtbildervortrag beschrieb Katrin Bimberg den Kindern die Forscherstation im ewigen Eis und zeigte, wie aus Schnee Wasser hergestellt wird, damit die Polarstation immer über genügend verfügt: “Eine Person hat einen ganzen Tag lang Schnee in einen großen Trichter geschippt, unter dem sich ein Wasserreservoir befand. Der geschmolzene Schnee reichte gerademal einen Tag, um die Station mit Trink- und Brauchwasser zu versorgen.”
Doch nicht nur die technischen Begebenheiten interessierten die Kinder. Auch dass Robben und Pinguine das Land bevölkerten. Die Adeli-Pinguine seien am neugierigsten, erzählte Katrin Bimberg, sie würden sogar zehn Kilometer laufen, um zu sehen, was die Forscher mitten im Schnee treiben. “Als es für sie dort keine Nahrung zu holen gab, sind sie die gesamte Strecke wieder zurückgewatschelt.” “Ich hätte nie gedacht, dass solch kleine Tiere eine so weite Strecke zu Fuß bewältigen können”, war nicht nur Sebastian Henze erstaunt.
Aber die so genannte Kinderuniversität soll den Kindern ja auch einen Einblick in eine Welt geben, die ihnen weder Computer noch Fernseher vermitteln können. Aus etlichen Vorschlägen wählen die Kinder selber das Thema aus, welches sie interessiert, sagte Antje Ulbrich von der Kinderuni. “Diese Zusammenkünfte fördern zudem, den Gemeinschaftssinn”, so Ulbrich. Hier nämlich könnten die Kinder sofort Fragen stellen. Auch das Anschauungsmaterial hilft mit, die soeben erworbenen Erkenntnisse zu vertiefen. So staunte Annalena Dimitrov über die Schneebrille, welche eher einer Motorradbrille glich und vor Schnee und Sonne schützt.
Lehrerin Annette Hoidin hatte von dem Vortrag der Kinderuni “Wie überlebt man im ewigen Eis?” gehört und war gekommen, um mehr zu erfahren. “Wir behandeln im Schulunterricht gerade die Polargebiete”, berichtete sie. Ich habe deshalb die Idee, Katrin Bimberg in unsere Schule einzuladen. So erfahren nämlich die Schüler von der spannend beschriebenen Forscherstation im ewigen Eis und bekommen auch mal Anschauungsmaterial zu Gesicht, wie die dicken Stiefel und Handschuhe.”
(René Beuckert, LVZ-Muldentalzeitung vom 11.04.2011)
