23.-25.09. 2011 Mittelalter-Camp in Grethen



Von Kräuterlehre bis Hexensuppe

Verein “Lernkultur Muldental” begeistert mit Mittelalter-Camp

Parthenstein/Grethen (rs). Mit Schwertern und Schilden bewaffnet tobten die Jungen durch das bewaldete Areal des Naturfreundehauses in Grethen, während die Mädchen das Hexen-Einmaleins der Natur erlernten. Im Mittelalter-Camp, veranstaltet vom Verein “Lernkultur Muldental”, bestimmten das gemeinsame Spielen, Lernen und handwerkliche Schaffen den Tagesablauf, der nur eines nicht vorsah: Langeweile.

“Wir hatten insgesamt 50 Anmeldungen von Schülern der ersten bis fünften Klassen aus der Region”, berichtete Betreuerin Antje Ulbrich. “Leider konnten wir nur 30 Kinder nach Grethen mitnehmen.” Die große Resonanz kommt dabei nicht von ungefähr: Im Jahr 2008 gegründet, hat sich der in Grimma ansässige Verein bereits mit mehreren Veranstaltungen, wie der Kinder-Uni, der Trionade oder im vergangenen Jahr seinem Forschercamp bereits einen guten Namen gemacht.

So haben die Mittelalter-Freunde für drei Tage unter der Obhut von Vereinsmitgliedern und begleitenden Muttis mangels einer echten Ritterburg ihr Lager in den Tipis des Naturfreundehauses aufgeschlagen. Auf ihrem Plan standen vielfältige Angebote, wie das Flechten von Armbändern und Basteln von Talerbeuteln, Kennenlernen von Kräutern, Backen von Fladenbrot und Kochen von Hexensuppe, Schnitzen, Korbflechten, Keramikarbeiten und Goldwaschen. Dabei hatten sich die Aktiven auch fachkundiger Unterstützung versichert: Kräuterfee Adelheid Wagner reichte nicht nur naturkundliches Wissen weiter, sondern sorgte gemeinsam mit Hausleiter Christian Wetzel für die leckeren, selbst bereiteten Mahlzeiten aus Steinbackofen und Kessel überm offenen Feuer. Gemeinsam mit den Erwachsenen haben die Kinder hier auch persönliche Erfolge erleben können: “Das war ganz schön anstrengend”, berichtete beispielsweise der siebenjährige “Ritter” Tom Gräfe, der sich beim Teigkneten fürs Fladenbrot ordentlich verausgabt hatte.

“Wir wollen aber nicht den ganzen Tag mit Angeboten füllen, sondern den Kindern auch Zeit für sich geben, sie ihre Freizeit selbst gestalten lassen”, erläuterte Simone Kramer das Vereinskonzept. So lagen die wirklichen Herausforderungen des Camps auch in der Natur selbst. “Wir hatten gestern zwei Weberknechte im Zelt”, erzählte noch immer sichtlich aufgeregt Hannah Meister, die ihre Furcht vor Spinnen wohl mit zahlreichen anderen Mädchen teilte. Aber bei Camp-Hexe Isabelle Reimann lernten die Azubis über solchen Ängsten zu stehen. Auch bei den Jungen standen nicht wirklich Ritterkämpfe im Fokus, sondern vielmehr der unermüdliche Forscherdrang: Eidechsen, Kröten und Häute von Schlagen sorgten für aufregende Feldzüge durch Wald und Flur.

“Herum flitzen, Natur erleben und Jungs ärgern”, so fasste die achtjährige Henriette Ulbrich ihre Begeisterung für das Mittelalter-Camp in Worte. “Und mit anderen spielen”, ergänzte der siebenjährige Jill Oelschläger. “Hier helfen einfach die Großen den Kleinen”, resümierte Vereinsvorstand Antje Ulbrich. “Die Kinder sind im Camp gegenseitig sehr offen, lieb und unkompliziert”, fügte Simone Kramer hinzu. “Das ist die beste Basis für eine nachhaltige, gemeinsame und selbstbestimmte Lernkultur.”

Bericht aus der Muldentalzeitung (LVZ) vom 28.09.2011

.

 

Kommentar schreiben